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1946 - 1968 Drucken E-Mail
 
Zeitlauf
1965  
Der ›Nouveau Roman‹' (Nathalie Sarraute, Claude Ollier) beeinflusst das Hörspiel im weiteren Verlauf. (»Neues Hörspiel« | »Ars-Acustica«)
Gerhard Rühm, Reinhard Döhl, Bernd Alois Zimmerman arbeiten in dieser Richtung Hörspielversuche aus, die zunächst alle abgelehnt werden.
 
   
  Meilensteine des Hörspiels Peter Weiss: »Die Ermittlung – Oratorium in 11 Gesängen«
»Die Ermittlung« ist eines der wichtigsten Stücke zur literarischen Aufarbeitung des Holocaust. Das Material zu diesem Stück ist dem Auschwitz-Prozess entnommen. Der Autor hat sich jeder Zutat aus eigener Erfindung enthalten. Die Hörspielfassung ist in ihrer epochalen Bedeutung gleichzeitig ein Stück Hörspielgeschichte.
 
     
Zeitlauf
1966  
Heinz Hostnig (neuer Leiter des NDR):
»Als aktiver Mitspieler, nicht mehr als nur passiver Zuhörer könnte er (= der regelmäßige Hörer stereophoner Hörspiele) dann gelernt haben, seine Aufmerksamkeit hauptsächlich den akustischen Mitteln und dem formalen Aufbau des Stückes zuzuwenden [...] wird er schließlich registrieren, dass diese Spiele geeignet sind, Denkvorgänge zu beschleunigen oder ganz allgemein Sinneswahrnehmungen zu vertiefen.«
 
     
Zeitlauf
1968  
Sprache und Sprachkritik rücken in den Mittelpunkt:
Meilensteine des Hörspiels Ernst Jandl, Friederike Mayröcker: »Fünf Mann Menschen«
»Sprache als Material« (»Neues Hörspiel« | »Ars-Acustica«) – beginnen mit Jandl und Mayröcker: Das Stück ist zugleich das erste vollständig stereophon produzierte Hörspiel.
Jandl, Mayröcker: »Hörspiel ist ein akustischer Ablauf, der sich von Musik dadurch unterscheidet, dass sein Material hauptsächlich aus gesprochener Sprache besteht; ohne eine Übereinkunft dieser Art konnte das Wort ›Hörspiel‹ auch dasselbe bedeuten wie das Wort ›Musik‹.«
 
   
  Helmut Heissenbüttel: »Alles ist möglich. Alles ist erlaubt.«  
     
  Schwitzke: »Das Neue Hörspiel dagegen ist das Kind einer Zeit des Überflusses und des Konsums.«  
     
  Meilensteine des Hörspiels Ludwig Harig: »Ein Blumenstück«
Harig collagiert Kinderreime, Kinderlieder mit Zitaten aus dem Höss-Tagebuch, das in blumiger/romantischer Sprache seinen Wohn- und Arbeitsort beschrieb – das KZ.
Harig: »Es wäre falsch, die Kinderlieder der Romatik für die Verbrechen des Dritten Reichs verantwortlich machen zu wollen; sie bleiben jedoch der Ausdruck einer Geisteswelt, die das Nationalgefühl der Deutschen bis über das Dritte Reich hinaus bestimmt hat. In dieser Geisteswelt mischt sich die Idylle mit der Aggression, die Innerlichkeit mit der Grausamkeit. Kindersprache ist nicht totes Objekt; sie kann zum Instrument der Herrschenden werden, und sie verliert darüber ihre Neutralität.«
 
     
     
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