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Hörspiel des Monats März 2007
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»Kampf im Äther oder Die Unsichtbaren« von Jürgen
Peters und Oliver Sturm nach Arnolt Bronnen
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Einführung und Dramaturgie: Ursula Ruppel
Produktion: hr/DLR Kultur/SWR |
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Inhalt
Arnolt Bronnen hat als Dramatiker zu Beginn der 20er Jahre die deutschen
Bühnen mit Skandalen versorgt. Mitte der 20er Jahre wendet er sich
dem Roman zu, dem Rundfunk und der extremen Rechten. Was Zeitgenossen als
skandalös empfanden, angesichts der Tatsache, daß er als Sohn
eines jüdischen Vaters geboren worden war. 1935 erscheint »Kampf
im Äther oder Die Unsichtbaren«, der die Entstehung des Rundfunks
in Deutschland im Spannungsfeld von großen und kleinen Machtinteressen
ins Visier nimmt und Bronnens - fast erfolgloser - Versuch ist, sich als
Schriftsteller zu stabilisieren. Der Rassenwahn war stärker; das Buch
durfte zwar erscheinen, aber nicht unter Bronnens Namen. Er hatte ein Pseudonym
zu wählen. Das Hörspiel montiert Kapitel des Romans mit dem späteren
Versuch Bronnens, sich mit »Arnolt Bronnen gibt zu Protokoll«
als Kommunist und Bürger der DDR zu profilieren. |
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Aus der Begründung der Jury der Deutschen Akademie
der Darstellenden Künste:
»Nicht ohne Grund ist dem Hörspiel Kampf im Äther oder Die
Unsichtbaren eine den Autor einordnende Erläuterung vorangestellt.
Arnolt Bronnen war künstlerisch wie ideologisch ein höchst dubioser
Charakter, der als Trittbrettfahrer unterschiedlicher politischer Systeme
Anerkennung suchte. Mit den Nazis machte er gemeinsame Sache und gebärdete
sich später in der DDR als Kommunist.
Die Qualität der Produktion von Jürgen Peters und Oliver Sturm
besteht darin, sowohl die Zerrissenheit Bronnens anzudeuten - indem sie
seine beiden wichtigsten Werke Kampf im Äther (1935) und Arnolt Bronnen
gibt zu Protokoll (1954) gegeneinander stellt - als auch die Geburtshelfer
des Rundfunks in all ihrer Unschuld und gleichzeitigen Berechnung satirisch
einzufangen. Dem Hessischen Rundfunk ist hierbei ein sehr prägnantes
und akustisch virtuoses Hörspiel gelungen.
Bronnen selbst sagt, die Entstehungsgeschichte des Rundfunks zeige, wie
Geld zu Macht werde und Macht schließlich Sehnsucht und Ideen umfälsche
in Posten und Positionen. Möglicherweise ist dies heute noch so.
Das Hörspiel ist die wesentlichste literarische Form, die der Rundfunk
hervorgebracht hat. Selten aber stellt er seine eigene Entstehung in dieser
Form dar. Kampf im Äther füllt diese Lücke.» |
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