|
Hörspiel des Monats 2006 September |
|
|
 |
Hörspiel des Monats September
|
|
| |
»Enigma Emmy Göring« von Werner Fritsch
Regie: Werner Fritsch, Komposition: Sam Auinger | SWR
|
|
| |
Das 54-minütige Originalhörspiel, ein fiktiver
Monolog der 1973 gestorbenen ehemaligen Schauspielerin und Ehefrau von Hermann
Göring, gibt auf entlarvende Weise Einblicke in die Struktur der nationalsozialistischen
Gesellschaft:
Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
»Grenzenlose Naivität, skrupelloser Eigennutz, Selbstgefälligkeit
und die Fähigkeit, das nicht ins heimelige Welt- und Selbstbild Passende
ganz selbstverständlich auszublenden - Werner Fritsch entwirft einen
Charakter, der nicht nur Hermann Görings Frau zu einer willigen und
deshalb gefährlichen Ignorantin machte. So schrecklich und furchterregend
dies klingt, so beißend, amüsant und entlarvend ist Werner Fritschs
Monolog der Emmy Göring, die aus der Puderdose plaudert und die ganze
Spießigkeit, die verbrämte Tugendhaftigkeit der Nazi-Elite zur
Schau stellt. Ein Spiel, reich an Material, an Sprachfärbungen, Geräuschminiaturen,
musikalischen Versatzstücken, Zeitgeschichte und Geschichtchen, ein
absurdes Hörstück über Schein und Sein, das uns das Schaudern
lehrt.«
Für Werner Fritsch ist sein neues Hörspiel, dem ein Theaterstück
vorausging »insgesamt die Umkehrung all der Texte, die ich geschrieben
habe, um Sprachlosen Stimme und vom Vergessen bedrohter Erinnerung Raum
zu geben.«
Werner Fritsch, geboren 1960 in Waldsassen, wuchs als Bauernsohn in der
Oberpfalz auf, studierte und lebte bis 1991 als Autor in München,
heute in Berlin. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Hörspielpreis der
Kriegsblinden 1992. Prosa, Bühnenstücke, Filme und Hörspiele,
zuletzt »Jenseits« (1999), »Das Rad des Glücks«
(2003) und »Nico - Sphinx aus Eis«(2003).
|
|
|