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Zeitlauf Karl-Sczuka-Preis für Stefano Giannotti
 
  »Geologica. All the truth about the origin of the universe« von Stefano Giannotti erhält die mit 12.500,- Euro dotierte Auszeichnung.
 
  Begründung der Jury
»In seiner 'akustischen Posse' Geologica rekonstruiert Stefano Giannotti im Zeitraffer 14 Milliarden Jahre Erd- und Menschheitsgeschichte als Science-Fiction-Comic. Vom Urknall bis zum Sündenfall, von den Meteoritenschauern bis Christi Geburt schickt er Klangpostkarten von Paris nach Sevilla und hüpft dabei leichtfüßig zwischen Wissenschaft und biblischer Legende hin und her. Mit Phantasie und Erfindungsgabe kombiniert Giannotti O-Töne mit musikalischen Sequenzen und pseudoorbitalen Klängen zu kunstvollen Miniaturen: ein ironisches Vexierspiel mit akustischen Symbolen.«
 
     
  Stefano Giannotti
geboren 1963 im toskanischen Lucca, lernte früh Gitarre, studierte Komposition bei Pietro Rigacci und wurde zwanzigjährig in seiner Heimatstadt Mitglied des Kammermusik-Ensembles »Trio Chitarristico Lucchese«, mit dem er 1983-90 auf zahlreiche Gastspielreisen durch Europa ging. Seit 1989 war er als Komponist auf mehreren internationalen Musikfestivals vertreten.
Der New Yorker Audio-Künstler Alvin Curran, bei dessen Projekten »Crystal Psalms« und »Tufo Muto« er assistierte, beeinflusste seine Entwicklung zur Radiokunst. Seit 1989 entstanden Klangkompositionen und Hörstücke, die 1991 mit dem internationalen Radiokunst-Preis Macrophon'91 des Polnischen Rundfunks und 1994/95 mit dem Prix Ars Acustica International des WDR prämiert und international gesendet wurden. 1997 begann eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Choreographen Roberto Castello, für dessen Performance »64 variazioni sul tempo«die Komposition entstand, die zur Keimzelle des 2002 mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichneten Radioprojekts »Il tempo cambia«wurde.
Giannotti lebt als freier Komponist, Hörspielmacher, Musiker und Performancekünstler in Gattaiola bei Lucca. 1998-99 war er Gast des Künstlerprogramms des DAAD in Berlin. 2000 lebte er mit einem Künstlerstipendium im Schloß Wiepersdorf. Von Juli 2002 bis Januar 2003 war er Stipendiat im Künstlerhaus Worpswede.
 
     
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