 |
Prix Europa Kategorie Hörspiel
|
|
| |
»Santo Subito« von Eberhard Petschinka
Regie: Eberhard Petschinka, Produktion: MDR/ORF
|
|
| |
Laudatio von Christoph Schlingensief
»In diesem provokanten und äußerst amüsanten Radiokarneval
ist der berühmte italienische Schauspieler Roberto Begnini mit dem
sterbenden Papst Johannes Paul II konfrontiert. Für ihn soll er den
"Don Quixote" spielen, da der Mann von La Mancha schon immer dessen
Lieblingsfigur gewesen ist. Nach dem er - in 70 Sprachen - willkommen geheißen
wurde, werden wir Zeuge eines Wunders: Der Reinkarnation seiner Heiligkeit
in einem neugeborenen Kind.« |
|
| |
|
|
| |
Inhalt
Zehntausend Gläubige unterbrechen im April 2005 die Totenmesse von
Johannes Paul II. und skandieren »Santo subito«- sofort heilig!
Zwei Monate später wird das Verfahren der Seligsprechung feierlich
eröffnet. Es muss nachgewiesen werden, dass Johannes Paul II. nach
seinem Tod ein Wunder vollbracht hat. Zahlreiche Zeugnisse von Gläubigen
liegen schon vor. Um den Seligsprechungsprozess voranzutreiben, muss - zumindest
in Eberhard Petschinkas rasant-surrealistischem Traumspiel - der Schauspieler
Roberto Benigni seine Dreharbeiten unterbrechen, um vor der vatikanischen
Kongregation seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die vielleicht
ein potentielles Wunder birgt. In seiner überschwänglichen und
ausufernden Art berichtet Benigni, dass er eines Nachts aufgefordert wird,
im Vatikan zu erscheinen. Damit der Papst nun endlich die ewige Ruhe finden
möge, sei er, Benigni, dazu auserkoren worden, am Sterbebett des kranken
Papstes den Don Quixote zu spielen. Doch da der berühmte Schauspieler
nicht ohne Sünden und überdies aus der Kirche ausgetreten ist,
bedarf es einiger Vorkehrungen: Zunächst vor allem der Reinigung, später
der Taufe und der Kommunion. Erst danach schlüpft Benigni in sein Kostüm
und hilft, wenn auch nicht als Don Quixote sondern als Spaßmacher
Sancho Pansa, Johannes Paul II. aus seinem jetzigen Leben heraus. Das Gedächtnisprotokoll
seiner vatikanischen Erlebnisse gerät dem Komödianten Benigni
zum extraordinären Theaterauftritt, und seine Geschichte erreicht mit
dem Wunder einer Geburt ihren Höhepunkt und ihre Vollendung. Die Kommission
ist zufrieden. Das Verfahren zur Seligsprechung des Papstes wird zu einem
glücklichen Abschluss kommen können. |
|
| |
|
|
| |
Eberhard Petschinka
arbeitet als Maler, Schriftsteller und Regisseur und zählt mittlerweile
zu den erfolgreichsten Hörspielautoren des deutschen Sprachraums. Bereits
mit seinen Stücken »Krok«und »Raphael Sanchez erzählt
Spiel mir das Lied vom Tod«war er international erfolgreich
und wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem »Hörspielpreis
der Kriegsblinden«oder dem »Premio Ondas«. |
|
| |
|
|
|