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Zeitlauf »what if«: BR produziert Preisträgerhörspiel »Bio-Nostalgie«
 
  Jury und Leser haben entschieden: Sascha Dickel und Christian von Aster gewinnen den Autorenwettbewerb »what if - visionen der informationsgesellschaft«.
 
 
"what if - was wäre wenn?", lautete die Preisfrage, die der Bayerische Rundfunk / Hörspiel und Medienkunst und Telepolis mit der Unterstützung des Informatikjahrs 2006 einer internationalen Autorenschaft gestellt hatten. Gefragt waren literarische Visionen zur Zukunft der Informationsgesellschaft - als Kurzgeschichte oder als Hörspiel.


Als Sieger ist der Autor Sascha Dickel hervorgegangen, dessen Hörspiel Bio-Nostalgie vom Bayerischen Rundfunk produziert wird. Im Juni 2007 wird es in der Sendereihe hör!spiel!art.mix in Bayern2Radio urgesendet. Regie führt Katja Langenbach.

»Bio-Nostalgie« beschreibt eine Welt, in der Menschen keinen Körper mehr haben, sondern nur noch ein Bewusstsein auf Basis von digitalen Daten. Die 'Nostalgie' besteht in der Sehnsucht nach einem Körper, nach Sinnlichkeit und körperlicher Sexualität. Die Hoffnung von zwei Protagonisten der Datenwelt, sich in einen irdischen Körper 'downzuloaden', bleibt trügerisch, weil nicht nur die Menschen, sondern die materielle Welt insgesamt nur noch eine Simulation sind. Der Ausflug ins Körperliche misslingt.

Das Publikum entschied anders: Es wählte in einem Online-Voting Christian von Asters Infogeddon für den Publikumspreis. Die Geschichte beschwört eine Welt herauf, in der Realität und manipulierte Information nicht mehr unterscheidbar sind. Ein alternativer Lebensstil, der sich jenseits der von Werbung und politischer Beeinflussung beherrschten Medien etabliert, stellt sich als manipuliert heraus, die Leitfigur der Bewegung ist eine Erfindung von Medienmachern.
 
 
Begründung der Jury für »Bio-Nostalgie«
»Sascha Dicke formuliert in kühlem Ton die Phantasie einer rein virtuellen Datenexistenz, die gleichzeitig universell vernetzt und schmerzlich auf die Datenumgebung beschränkt ist. Die dargestellte Welt erscheint glaubwürdig als eine Welt der Simulationen, in der der Dualismus von Körper und Geist zugunsten eines vom Körper abgelösten Bewusstseins überwunden ist. Die Erfüllung des Traums vom unsterblichen Bewusstsein erweist sich als Unglück.«
 


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