Hörspiel, für den Rundfunk konzipierte, nur mit
akustischen Mitteln arbeitende Kunstform, die im weiteren Sinne auch als
Untergattung der Dokumentarliteratur verstanden werden kann. Man unterscheidet
heute begrifflich das aus dem Bühnenschauspiel entstande traditionelle
oder literarische Hörspiel, in dem mit den Mittelnn der Sprache eine
fiktive Welt errichtet wird, vom sogenannten "neuen" oder experimentellen
Hörspiel, in dem Sprache, Musik, Geräusche als Material für
Kompositionen dienen, die nicht mehr figuren- und handlungsbezogen sind,
sondern die Sprache und ihre Verwendungsweisen zum Teil das akustische Material
insgesamt zum Thema haben. Quelle: Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden, 1989
Hörspiel, eigenständige Literaturgattung, deren
Darstellungsweise und Handlungsführung an die speziellen Gegebenheiten
des Hörfunks gebunden sind, und ide somit nur durch die Aufführung
(Sendung) zum Kunstwerk wird. Bestimmende Elemente des Hörspiels sind
Ton, das heisst Sprache, Geräusch und Musik, wobei dem gesprochenen
Wort, der Stimme gleichsam als "Verkörperung" besondere Bedeutung
zukommt. Diese Beschränkung auf das Akustische ermöglich jedoch
bes. Formen des inneren Monologs und die freie Verfügbarkeit über
Raum und Zeit. Quelle: Meyers Grosses Taschenbuchlexikon in 24 Bänden, 1987
Das Hörspiel ist die erste originäre Kunstform,
die das Radio hervorgebracht hat, später folgte das Feature. Während
das Feature einen eher dokumentarischen Charakter hat, handelt es sich beim
Hörspiel in der Regel um die Inszenierung von fiktionalen Texten.
Die Entwicklung des Hörspiels ist eng mit der Geschichte von Theater
und Film verbunden. Das Hörspiel als dramatisierte Inszenierung mit
verteilten Sprecherrollen ist im deutschen Sprachraum besonders populär. Quelle: Wikipedia
Hörspiel umreißt im Kontext des öffentlich-
rechtlichen und des privaten Rundfunks und im Sortiment der Verlage ein
fiktionales oder non- fiktionales akustisches Ereignis, das mittels elektromagnetischer
Wellen von einem Sender (Rundfunkanstalt) zu einem Empfänger (Hörer)
abgestrahlt werden kann. Hörspielrealisationen entstehen ebenfalls
im besonderen Umfeld von Schulen, Experimentalstudios der Industrie und
von speziellen Werkstätten der Musiker und Komponisten, Autoren, Sprecher
und Schauspieler. Technische Voraussetzung des Hörspiels ist die Umwandlung
von Schallenergie in elektrische Energie. «Mit dem Eingan ins Mikrofon
wird das Schallereignis herausgenommen, herausgelöst aus seiner natürlichen
Umgebung, in elektrische Spannungen umgewandelt und damit in verschiedener
Weise verfügbar und modellierbar gemacht. Es wird ein neuer Aggregatzustand
erreicht, der, ästhetisch- dramaturgisch gesehen, eine völlig
neue Darstellungsebene eröffnet.» Die Mündlichkeit ist in
aller Regel konstitutiv für das H. Die in ihm zur Geltung kommenden
verschiedenen Formen der Rede (Dialog, Monolog, Streit, Klage, Bericht)
lassen sich einmal semantisch- linear interpretieren, gleichwohl basiert
die Wirkung ganz entscheidend auf der sinnlich- affektiven Wirkung im realisierten
und gesprochenen H. Lautstärke, Intonation, Rhythmus und Dynamik des
Sprechers sind im Kontext einer bislang kaum ausdifferenzierten Rhetorik
des Hörspiels zu berücksichtigen. Bei der Dramaturgie des inszenierten
und kunstvollen Sprechens handelt es sich oft um nachahmende Rede, eine
Nachahmung von Wirklichkeitsebenen, Lebenssituationen oder von Gefühlswelten. Quelle: Christian Hörburger: Geschichte des Hörspiels, 1996