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GESCHICHTE DES HÖRSPIELS: 1917-1932
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| 1933 |
»Der Rundfunk gehört uns«, (Joseph Goebbels).
Gleichschaltung: Ausleseverfahren, »Verzicht« auf experimentelle
Hörspiele. Chorisches Sprechen dominiert (in Form des chorischen Fest-
und Weihespiels).
Autoren wie Döblin, Kesser, Kasack werden nicht mehr gespielt. Andere,
die sich dem Nationalsozialismus anpassen, schreiben Hörspiele, die
in der bäuerlichen Welt verwachsen sind.
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Richard Euringer:
»Deutsche Passion«
Eines der erfolgreichsten faschistischen Hörspiele.
Verkündigung des Dritten Reichs am Ende der Passion. »Selig
die Lebendigen; denn ihrer ist die Zeit.« Dafür erhielt Euringer
den Stefan-George-Preis, den höchsten deutschen Literaturpreis mit
10.000 Reichsmark. |
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»Erziehung zum Kollektivgeist«
Hörspiel wird zum pseudoreligiösen Kult und immer weiter und stärker
für die totalitäre Kriegs- und Nazipropaganda benutzt. |
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Kasack:
»Der Ruf«
Kasacks Arbeitslosenhörspiel wird völkisch-nationalistisch
von Ottoheinz Jahn bearbeitet es endet mit hymnischem Optimismus. |
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Auftragsarbeiten für verschiedene Feiern des Dritten Reichs.
Das Hörspiel wird umfunktioniert zum Propagandainstrument. |
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Hans Flesch, Alfred Braun und andere Rundfunkschaffende werden verhaftet
und in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Das Hörspiel wird
konsequent für die Erziehung zum Kollektivgeist genutzt, mit Elementen
religiösen Kultes durchsetzt und thematisch auf die Ziele der Nazis
ausgerichtet. Die inhaltliche Orientierung geht einher mit personellen Konsequenzen
durch Gleichschaltung von Institutionen.
(Quelle: Rainer Strzolka »Hörspiel in der Weimarer Republik«,
S. 37 )
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30. Januar
Hitler wird Reichskanzler. Propagandaminister Joseph Goebbels übernimmt
die politische, personelle und programmbezogene, sowie die wirtschaftliche
Überwachung des Rundfunks. Der Drahtlose Dienst wird der Presseabteilung
seines Ministeriums eingegliedert. |
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15. Februar
Reichsrundfunkkomissar Bredow wird entlassen. |
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1934 |
Reichsidee und Reichsgeschichte stehen im Mittelpunkt
der ausgestrahlen Werke.
Eberhard W.
Möller: »Weg zum Reich«
Heinz Schwitzke
/ Köppe: »Fahne der Jugend, Fahne des Sieges« |
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Die ehemals selbständigen Rundfunkgesellschaften werden zu Reichssender
Filialen der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft. |
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01. Januar
5.000.000 Rundfunkteilnehmer |
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1935 |
Im Spätabendprogramm werden für kurze Zeit nichtchorische und
nichtnationalistische Hörspiele gesendet.
Günter
Eich: »Weizenkantate«
Eich benutzt selbst nun chorische Mittel vielleicht, um überhaupt
noch gesendet zu werden. |
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Günter
Eich: »Königswusterhäuser Landbote« |
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Hans Rothe:
»Verwehte Spuren« |
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12. Oktober
Jazz wird im deutschen Rundfunk verboten. |
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1936 |
Ove (Otto
Wilhelm) Ekelund und. Günter Eich: »Ein Mann kämpft mit
seinem Traum« |
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01. Januar
8.000.000 Rundfunkteilnehmer |
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1937 |
Im Exil entstehen Hörspiel von zum Beispiel Bertold Brecht, Anna
Seghers (einziges Hörspiel).
Anna Seghers:
»Prozeß der Jeanne D'Arc zu Rouen 1431« (flämischer
Rundfunk) |
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1938 |
| Anteil der Hörspielsendungen im Rundfunkprogramm: 0,9 %. |
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Der Deutsche Kleinempfänger kommt für 35 Reichsmark
auf den Markt; der Volksmund nennt ihn »Goebbels-Schnauze«. |
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Paul Apel
/ Harald Braun: »Hans Sonnenstössers Traumspiel«
Josef-Martin
Bauer: »Das tote Herz«
H.G. Wells:
»The war of the world« (CBS, New York)
Die Marsmenschen kommen ... , so dachten viele Hörer verängstigt,
als Orson Welles Hörspiel »The war of the world« gesendet
wurde, und stürzten schreiend vor Angst auf die Straßen. |
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01. Januar
9.000.000 Rundfunkteilnehmer |
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1939 |
| Propagandastücke von 10-20 Minuten. Von Sieg Heil bis
zur Durchhalteparole. |
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01. Januar
10.000.000 Rundfunkteilnehmer |
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30. August
Verbot, ausländische Sender zu hören (»Verordnung über
außerordentliche Rundfunkmaßnahmen«). |
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1940 |
Hans Rehberg:
»Suez, Faschoda, Kapstadt«
Rehbergs Hörspiel wird während des Frankreichfeldzugs in französischer
Sprache gesendet. Die englandfeindliche Haltung soll dabei gestärkt
werden. |
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Bertolt Brecht:
»Das Verhör des Lukullus« (Radio Beromünster, Schweiz) |
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1941 |
07. September
Erste Todesurteile wegen Abhörens von Feindsendern. |
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1942 |
| Die Musique concréte (von Pierre Schaeffer und Jacques
Copueau gegründetes Versuchsstudio) entsteht, auf das sich in den späten
60er Jahren das »Neue Hörspiel« (mit)beziehen wird und
im Anschluss weiterentwickelt. |
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1945 |
| Menschen vergast, Menschen im Krieg umgebracht, Menschen obdachlos
die meisten Hörspielarchive sind zerstört. |
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23. Dezember
RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) Berlin beginnt als erster deutscher
Sender mit seinem Sendebetrieb. |
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